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Forderungsausfall

Forderungsausfall: Wenn Rechnungen ganz oder teilweise nicht beglichen werden

Stark vereinfacht gesagt handelt es sich bei nicht oder nur teilweise nicht beglichenen Rechnungen um einen Forderungsausfall. Juristisch gesehen ist ein Schuldner (also beispielsweise ein Kunde, dem eine Rechnung gestellt wurde) nicht in der Lage, diese zu begleichen. In der BRD können natürliche und juristische Personen ebenso Schuldner sein, wie öffentliche Stellen. Diese können ein Entgelt für Dienstleitungen und/oder Waren schulden.

Wird eine Forderung nicht gemäß Vereinbarung beglichen, so kommt dies jedoch noch keinem Forderungsausfall gleich. So geraten manche Gläubiger durchaus in Verzug, begleichen jedoch zu einem späteren Zeitpunkt den vollen Forderungsbetrag. Ein Teilgebiet des Factorings ist jedoch die Einschätzung der Wahrscheinlichkeit eines Forderungsausfalls. Diese Einschätzung ist jedoch höchst variabel und von vielen Faktoren abhängig.

Wahrscheinlichkeit eines Forderungsausfalls voraussagen

Die Wahrscheinlichkeit eines Forderungsausfalls lässt sich im Hinblick auf zahlreiche Faktoren mehr oder weniger genau voraussagen. Von errechneten Wahrscheinlichkeiten hängen auch die Kosten ab, die Factoring-Dienstleister veranschlagen. Folgende Vorgehensweisen sind dabei in der Praxis häufig anzutreffen:

  • Bereits zum Zeitpunkt der Rechnungsstellung lassen sich branchenspezifische Wahrscheinlichkeiten eines Forderungsausfalls festlegen
  • Die Wahrscheinlichkeit eines Forderungsausfalls wird je nach Schuldner individuell beziffert, wobei häufig auf Datenpools von weiteren Dienstleistern zurückgegriffen wird

Neben einer derart starren Berechnung von Wahrscheinlichkeiten von Forderungsausfällen, können diese auch flexibler berechnet werden. Gerät ein Schuldner beispielsweise in Verzug, so ist die Wahrscheinlichkeit eines vollständigen oder teilweisen Forderungsausfalls höher. Auch lässt sich die Wahrscheinlichkeit eines Forderungsausfalls nicht nur quantifizieren, sondern auch qualitativ bewerten: So macht es durchaus einen Unterschied, wie ein Forderungsausfall zeitlich bewertet wird. Wird etwa ein Titel erwirkt und kann ein Schuldner nicht zahlen, so ist dies grundsätzlich als Forderungsausfall zu bewerten. Unter gewissen Umständen besteht jedoch die Möglichkeit zu versuchen, eine Forderung auch nach vielen Jahren einzutreiben.

Gründe für einen Forderungsausfall sind vielfältig

Für Unternehmen dessen Forderungen nicht beglichen werden, ist ein solcher Forderungsausfall immer eine kritische Situation. In der Praxis lassen sich folgende Gründe für Forderungsausfälle ausmachen:

  • Natürliche oder juristische Personen sind zahlungsunfähig. Wobei eine Zahlungsunfähigkeit auch nur temporär gegeben sein kann und erst durch eine Privatinsolvenz oder die Eröffnung eines gewerblichen Insolvenzverfahrens dauerhaft wird. Bei der Eröffnung eines Insolvenzverfahrens besteht immerhin noch die Möglichkeit, einen Teil der Forderung zu erhalten. Bis dahin können jedoch Monate oder Jahre vergehen.
  • Forderungsausfälle können auch mit betrügerischen Absichten begründet werden
  • Davon abzugrenzen ist die Zahlungsunwilligkeit. Hierbei ist ein Schuldner schlicht nicht gewillt eine Forderung zu begleichen, wenngleich eine Zahlungsfähigkeit gegeben ist.
    Juristisch gesehen tritt ein Forderungsausfall erst dann ein, wenn diese trotz eines gerichtlichen Verfahrens nicht beglichen wird.

Forderungsausfall professionell managen lassen

Die Eintreibung von Forderungen und der Umgang mit Forderungsausfällen ist komplex, aufwändig und individuell. Dementsprechend sind Unternehmen gut beraten, auf anwaltliche Leistungen oder die Leistungen eines Factoring-Dienstleisters zurückzugreifen. Diese begleiten das Forderungsmanagement auf allen Ebenen und leiten, falls nötig, die gerichtlichen Schritte ein. Gerade im Hinblick auf die Komplexität des Insolvenzrechts ist dies oft von Vorteil, da nur die wenigsten Unternehmen über die nötigen personellen Ressourcen verfügen, das Forderungsmanagement von Anfang bis Ende intern abzuwickeln.